Situation

Der Betreiber einer großen Emulsionsspaltanlage stellte nach längerer Betriebszeit der Anlage fest, dass aufgrund von erhöhten Ölanteilen in der angelieferten Altemulsion der Ölgehalt im Klarwasser höher war als erwünscht. Um den Ölgehalt zu reduzieren, fasste man nach Abwägung der verschiedenen technischen Möglichkeiten den Beschluss, die vorhandenen Vorlagebehälter mit Ölskimmern aus-zustatten um die aufschwimmende Ölphase zu entfernen. Durch die geringere Belastung der Spaltanlage mit freien Ölen erwartet der Betreiber, dass der Ölgehalt im Klarwasser reduziert wird und das Spaltergebnis deutlich verbessert wird.

Als Vorlagebehälter sind zwei stehende Rundbehälter mit einem Volumen von jeweils 500 m³ eingesetzt. Der Badspiegel in den beiden Pumpenvorlagebehältern kann während des Normalbetriebes um bis zu 9,5m schwanken. Die Entfernung der aufschwimmenden Ölphase muss bei allen im Betrieb vorkommenden Füllständen gewährleistet sein. Darüber hinaus wurde ein möglichst robustes und betriebssicheres System gewünscht um die Anlage möglichst vollautomatisch zu betreiben.

Lösung

Aufgrund der Erfahrungen mit Friess Ölskimmern an anderen Anlagen entschied sich der Betreiber, neben anderen Anbietern auch bei der Friess GmbH anzufragen. Aufgrund der Vorgaben wurde vom Team der Friess GmbH vorgeschlagen, einen Ölskimmer  Modell S 100 in Sonderausführung einzu-setzen. Besondere Herausforderung war die Anforderung, dass der Ölskimmer trotz einer Badspiegelschwankung von über 9,0 m bei allen vorkommenden Betriebszuständen die aufschwimmende Ölphase entfernen soll. Die von Friess ausgearbeitete und nach verschiedenen Modifikationen umgesetzte Lösung sieht den Einsatz von je einem Ölskimmer Modell S 100 mit Umhausung auf jedem Vorlagebehälter vor. Da beide Behälter mit einem Blechdach abgedeckt sind, wurde für jeden Ölskimmer ein Ausschnitt in das Blechdach eingeschnitten. In den Ausschnitt wurde eine Flanschaufnahme für den Ölskimmer S 100 mit Umhausung eingeschweißt. Auf diese Flanschaufnahme wurde der Ölskimmer aufgesetzt.

Der Ölaufnahmeschlauch wird durch den Ausschnitt in den Tank auf die Flüssigkeitsoberfläche geführt. Da bei maximalem Füllstand bis zu 18,0 m Ölaufnahmeschlauch auf der Wasseroberfläche aufschwimmen und dies unter ungünstigen Umständen zu Knotenbildung führen kann, hat das Team der Friess GmbH eine Führung für den Ölaufnahmeschlauch vorgesehen. Der Ölaufnahmeschlauch wird an einem Schwimmponton geführt. Der Schwimmponton wiederum wird an einem schräg gespannten Edelstahlseil geführt. Bei maximalem Füllstand wird der Ölaufnahmeschlauch so weit wie möglich vom Ölskimmer weg gezogen. Dadurch können über 18,0 m Ölaufnahmeschlauch auf der Wasseroberfläche aufschwimmen ohne dass es zu Knotenbildung kommt. Bei minimalem Betriebsfüllstand schwimmen immer noch ca. 0,5 m Ölaufnahmeschlauch auf der Badoberfläche auf und können Öl entfernen.

Das von den Ölskimmern geförderte Öl fließt über eine Rohrleitung DN 100 mittels Schwerkraft nach unten in einen Pumpenvorlagebehälter. Von dort wird das geförderte Fremdöl mit Hilfe einer Exzenterschneckenpumpe ca. 80,0 m weiter in einen vorhandenen Altölsammeltank gefördert. Die gesamte Anlage einschl. Rohrleitungsbau, Pumpe, Elektrosteuerung und Koordination der zusätzlichen Arbeiten wie Kranarbeiten und Gerüstbau wurde vom Team der Friess GmbH komplett realisiert.

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